Filmkritik: „Pedal the World“

18.000 km und 22 Länder in 365 Tagen
KaiVon Kai 3 Jahren alt2 Kommentare
„Was ist der Sinn des Lebens?“ Mit dieser Frage, 2 Videokameras und über 55 kg Ausrüstung im Gepäck machte sich Felix Starck im Juni 2013 mit dem Fahrrad auf den Weg zu der Reise seines Lebens. Nach Wiederankunft und der enormen Resonanz auf seinen Trailer zu „Pedal the World“ begann die Arbeit an der Dokumentation seiner Reise, die es nun im Kino zu sehen und auf DVD zu kaufen gibt.

Handlung

Von seinem Heimatort Herxheim in der Pfalz geht es gemeinsam mit einem Freund zunächst eher schleppend, aber zumindest gut gelaunt voran. Doch bereits nach den ersten größeren Stationen wie Wien oder Budapest gibt es Hürden bei der weiteren Routenplanung und Differenzen zwischen Felix und seinem Weggefährten Fynn, was dazu führt, dass dieser die Reise abbricht und Felix die Tour von nun an größtenteils für sich allein bestreitet.

Im weiteren Verlauf seiner Reise radelt Felix mal euphorisch, mal niedergeschlagen und von Zweifeln geplagt durch Länder wie Laos, Neuseeland und die USA, ehe es für ihn wieder nach Europa geht und er die letzten Kilometer auf dem Landweg vom norwegischen Oslo aus zurück in seine pfälzische Heimat bewältigt.

Wertvolle Erfahrungen während der Reise

Trotz einiger Rückschläge und Widerstände erlebt Felix auf seinem Weg all das, was das Reisen allgemein so wertvoll macht. Er sieht wunderbare Landschaften, erfährt ungeahnte Gastfreundschaft und kleine Glücksmomente, die lange Wege, kurze Nächte und wenig Komfort vergessen machen. Und sei es nur in Form eines Nutellabrots am Straßenrand in Kambodscha.

Angkor Wat

Auf seiner Reise besuchte Felix u.a. auch die Tempel von Angkor in Kambodscha (Das Bild stammt von meiner Reise durch Südostasien)

Neben dem Radfahren und der Alltagsorganisation rund um Zelt, Versorgung und Navigation kümmert sich Felix auch darum, das Erlebte filmisch festzuhalten, was dazu führt das er den ein oder anderen Kilometer doppelt zurücklegen muss, um seine Kamera jedes mal zurückzuholen, wenn er für eine weitere Szene die Straße entlang gefahren ist. Manchmal wünschte ich mir, dass er mehr aus seinem Alltag gezeigt hätte als erneut eine lange Straße zu sehen, die ihn auf seinem vollbepackten Fahrrad zeigt. Wie hat er navigiert? Wie waren die Unterkünfte in den Hostels und wo blieb sein Fahrrad in dieser Zeit? Solche Details kommen teilweise etwas kurz, dies ist aber wohl der Tatsache geschuldet, dass dem Film keinerlei Skript zu Grunde lag, geschweige denn überhaupt eine Dokumentation dieser Art bzw. dieses Ausmaßes geplant war. Szenen wie die unterhaltsame Zubereitung seines Frühstücksrituals bleiben daher eher die Ausnahme, sorgen aber für eine willkommene Abwechslung.

Die Kernaussage des Films sei aber auch nicht das Fahrradfahren an sich wie Felix im Anschluss an die Filmvorführung im Kino verdeutlicht. Es geht um das Reisen, um das Kennenlernen neuer Kulturen, um das Überwinden von Ängsten und Zweifeln. Der Weg ist das Ziel. Und es geht darum, wie man aus einer Reise mit einer gestärkten Persönlichkeit hervorgeht. Da der Fokus des Films auf der Vermittlung dieser Werte und nicht auf einer perfekten Technik liegt, kann ich auch über die teils unscharfen Bilder und Kameraschwenks hinwegsehen.

Fazit

Mit der Dokumentation „Pedal the World“ nimmt Felix Starck den Zuschauer mit auf seine Reise durch fremde Länder und zu sich selbst. Leute, die bereits von der Wanderlust gepackt wurden werden sich in manchen Szenen selbst wiederfinden, zumindest ging es mir so. Interessanterweise waren Felix und ich zeitgleich in Bangkok & Thailand (Silvester 2013) und in Singapur (Chinesisch Neujahr 2014), ohne das ich jedoch damals bereits von seiner Tour gewusst hatte. Für reisebegeisterte Leute ist der Film also in jedem Fall interessant, aber auch für all die, die noch nicht den Mut fanden zu einer größeren Reise aufzubrechen, aber zumindest mit dem Gedanken einer solchen Reise spielen. Du musst dich nicht wie Felix direkt auf ein Fahrrad schwingen und die Welt auf dem Landweg bereisen, aber Du kannst die von ihm im Film vertretene Überzeugung verinnerlichen, die auch ich absolut nachvollziehen und unterschreiben kann: Geh’ raus, entdecke die Welt und sei mutig!

Mehr Informationen zur Dokumentation „Pedal the World“ gibt es auf der Website zum Film (inkl. Bestellmöglichkeit und weiterer Kinotermine): www.pedal-the-world.com

Online-Doku verfügbar

UPDATE: Mittlerweile gibt es auf YouTube eine auf ZDF Info erschienene Dokumentation zum Film, bei der sowohl viele Ausschnitte als auch weitere Kommentare von Felix zu sehen sind. Die Dokumentation gibt die Chronologie der Reise wieder und ist eine super Alternative für alle, die die DVD nicht kaufen wollen. Bis auf einige Details aus dem Film erfährst du hier alles über die Route, die Reisebegleiter und die wesentlichen Meilensteine seiner Reise.

Wie stehst Du zu den Themen Weltreise und Selbstfindung? Hast Du den Film bereits gesehen oder möchtest Du ihn dir demnächst anschauen? Hinterlasse einen Kommentar!

Titelbild: Screenshot aus „Pedal the World“, © Felix Starck

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Kai

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